Jetzt wird nichts Neues mehr erfunden. Das Abschlussprojekt zeigt, ob deine bisherigen Entscheidungen zusammenhalten und sich wiederholbar, sicher und verständlich spielen lassen.
1. Formuliere deinen Performance-Satz
Fasse deine Figur in einem Satz zusammen: Wer war sie, was verändert ihren Körper, worauf reagiert sie und welche Wirkung soll die Szene erzeugen? Dieser Satz dient als Filter. Alles, was ihm widerspricht, muss begründet oder gestrichen werden.
2. Probe zuerst ohne Kostüm
Spiele Anfang, Aktivierung, Höhepunkt und Endbild neutral. Wenn der Ablauf ohne Make-up und Effekte unklar ist, werden zusätzliche Ebenen ihn nicht retten.
3. Füge die Ebenen nacheinander hinzu
- Körper und Bewegung
- Stimme und Geräusch
- Kostüm und Requisite
- Make-up und Licht
- Raum und gegebenenfalls Horde
Teste nach jeder Ebene erneut. So erkennst du, welche Ergänzung wirklich hilft und welche nur beschäftigt.
4. Führe einen Technik- und Sicherheitslauf durch
Prüfe Wege, Sichtfelder, Requisiten, Schuhe, Stimme, Licht, Stoppsignale und Zuständigkeiten. Spiele den Ablauf nicht maximal, sondern kontrolliert. Die Performance muss auch dann funktionieren, wenn eine Reaktion kleiner ausfällt als erhofft.
5. Lass Testpublikum beobachten
Bitte Testpersonen nicht um „Gefällt mir / gefällt mir nicht“, sondern um konkrete Beobachtungen: Was war sofort verständlich? Wo wurde die Figur unklar? Was blieb im Gedächtnis? Wo wirkte etwas unbeabsichtigt komisch oder zu lang?
6. Teste die dritte Vorstellung
Eine gute Performance funktioniert nicht nur einmal im Adrenalin. Spiele sie dreimal mit Pause dazwischen. Wenn Stimme, Haltung, Kostüm oder Konzentration beim dritten Durchlauf zerfallen, muss die Belastung reduziert oder die Struktur vereinfacht werden.
Abschlussprojekt: Deine Zombie-Akte
- Performance-Satz
- Regelprotokoll
- Charakterbogen
- Kostüm- und Make-up-Fotos
- Bewegungs-Score
- Audioaufnahme
- Szenenplan
- gewählte Horrorwirkung
- Improvisationsregeln
- Feedback aus dem Testlauf
Diese Akte ist kein Zertifikat, sondern dein reproduzierbares Arbeitsmaterial für Walk-Act, Bühne, Fotoshooting, Film, Cosplay oder Haunted Attraction.
Letzter Check
- Erzählen Charakter, Look, Körper und Klang dieselbe Figur?
- Sind Anfang, Aktivierung, Höhepunkt und Endbild klar?
- Kannst du die Performance mehrfach kontrolliert spielen?
- Sind Wege, Stoppsignale und Zuständigkeiten geklärt?
- Hast du Feedback in wenige konkrete Änderungen übersetzt?
Aus einem Zombie-Archetyp ist eine spielbare Horrorfigur mit Vergangenheit, Körperlogik, Gestaltung, Klang, Raum und Verantwortung geworden. Der Workshop endet hier – deine Figur muss es nicht.
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