Kunstblut selber machen: essbar, günstig und realistisch

Kunstblut selber machen: essbares Rezept für Makeup, Kleidung, Blutkapseln und realistische Bluteffekte mit einem zusätzlichen Tipp für alte Flecken.

Kunstblut selber machen geht mit wenigen Zutaten. Aus Zuckersirup, Lebensmittelfarbe und etwas Kakao entsteht ein Kunstblut, das gut aussieht und, solange du nur lebensmittelechte Zutaten verwendest, sogar essbar ist.

Das ist praktisch für Horrormakeup, Zombiekostüme, Blut am Mund und für Effekte, bei denen das Blut erst im richtigen Moment sichtbar werden soll.

Essbares Kunstblut selber machen: das Grundrezept

Du brauchst

  • hellen Zucker oder Glukosesirup
  • rote Lebensmittelfarbe
  • einen winzigen Tropfen blaue oder grüne Lebensmittelfarbe
  • optional etwas Backkakao

Färbe den Sirup zuerst kräftig rot. Danach gibst du nur eine sehr kleine Menge Blau oder Grün dazu. Reines Rot wirkt schnell künstlich. Mit dem zusätzlichen Farbton bekommt das Blut mehr Tiefe.

Etwas Backkakao macht die Mischung dunkler und passt gut zu älteren Verletzungen oder Zombiemakeup. Mehr Sirup macht das Kunstblut dickflüssiger.

Wenn alle verwendeten Zutaten lebensmittelecht sind, kannst du das Kunstblut auch für Effekte an Mund und Zähnen verwenden.

Frisches, altes und geronnenes Kunstblut

Für verschiedene Blutarten musst du nicht jedes Mal ein neues Rezept ansetzen. Meist reicht es, die Grundmischung leicht zu verändern.

Frisches Blut: kräftiger rot und glänzend.

Älteres Blut: mit etwas Kakao und einem Hauch Blau abdunkeln. Dunkelrot bis Rotbraun funktioniert hier besser.

Dickes oder geronnenes Blut: mit etwas mehr Kakao oder sehr wenig Speisestärke verdicken.

Für mehr Tiefe kannst du dunkles, dickes Blut direkt in der Wunde mit etwas hellerem, glänzendem Blut außen herum kombinieren.

Wenn du statt Rezepten wissen möchtest, welche Kunstblut-Art für welchen Effekt am besten passt, findest du im Guide Kunstblut richtig verwenden: Filmblut, Blutgel, Wundschorf & Co. den direkten Vergleich.

Kunstblut auf Kleidung

Auf Kleidung kann selbst gemachtes Kunstblut hartnäckige Flecken hinterlassen, auch wenn du nur mit Lebensmittelfarbe arbeitest. Wenn du das Kostüm später wieder sauber bekommen möchtest, teste die Mischung zuerst an einem Stoffrest oder an einer unauffälligen Stelle.

Mit der Zeit kann sich die Farbe außerdem verändern. Durch Schweiß, Luftfeuchtigkeit oder andere Feuchtigkeit wirken ursprünglich dunkelrote Flecken später teilweise deutlich rosa oder pink.

Alte Blutflecken auf Kleidung mit Eisentropfen

Für dauerhaft präparierte Kleidung können Eisentropfen, wie sie zum Beispiel als Nahrungsergänzung bei Amazon erhältlich sind, interessant sein.

Auf hellem Stoff entstehen oft dunkelrote, rostbraune bis sehr dunkle Flecken, die wie altes oder eingetrocknetes Blut aussehen.

Allerdings gehen Eisentropfen teilweise extrem schlecht wieder aus Kleidung heraus. Verwende sie deshalb nur bei Kostümen und Requisiten, die dauerhaft verändert werden dürfen.

Der Farbton bleibt eher rostbraun und bekommt nicht so schnell den typischen rosa Look, den viele Kunstblutmischungen mit der Zeit entwickeln.

Wichtig: Eisentropfen sind hier nur für geeignete Textilien gedacht. Sie gehören nicht in essbares Kunstblut, Blutkapseln oder Makeup.

Kunstblut realistischer aussehen lassen

Ein einzelner Rotton wirkt schnell flach. Besser ist es, mehrere Blutarten zu kombinieren.

Altes Blut: matte, dunkelbraune Flecken auf der Kleidung
Älteres Blut: dunkles und dickes Blut rund um Verletzungen
Frisches Blut: helleres, glänzendes Blut direkt an der Wunde

Ein paar frische Spuren auf bereits eingetrocknet wirkenden Flecken sehen meist glaubwürdiger aus als ein komplett rotes Kostüm.

Blutkapseln selber machen

Das essbare Kunstblut eignet sich auch für Blutkapseln. Damit kannst du in einer Szene Blut plötzlich aus dem Mund erscheinen lassen.

Dafür kannst du eine leere, lebensmittelechte Gelatinekapsel mit einer kleinen Menge Kunstblut füllen.

Nimm die Kapsel rechtzeitig vor dem Effekt in den Mund. Etwa ein bis zwei Minuten vorher kannst du sie öffnen oder zerbeißen und das Kunstblut mit Speichel vermengen. Dadurch wird es dünnflüssiger, verteilt sich besser und wirkt nach mehr.

Im richtigen Moment kannst du das Blut aus dem Mund laufen lassen oder ausspucken. Wie lange deine Mischung vorher im Mund bleiben sollte, hängt vom Sirup und von der Kapsel ab. Teste den Ablauf vorher.

Für Blutkapseln verwendest du ausschließlich essbare Zutaten. Eisentropfen und andere nicht dafür vorgesehene Produkte gehören nicht hinein.

Blutkissen selber machen: Blut im richtigen Moment austreten lassen

Auch unter einem Kostüm kannst du Kunstblut so vorbereiten, dass es erst während der Szene austritt. Dafür füllst du eine kleine Menge Kunstblut in einen kleinen Beutel oder zwischen geeignete Folien und platzierst ihn unter oder hinter der vorbereiteten Stelle des Kostüms.

Wichtig ist vor allem, wo und in welche Richtung das Blut austreten soll. Positioniere den gefüllten Bereich direkt hinter der gewünschten Stelle. Der Austritt kann zum Beispiel durch gezielten Druck, eine schwächer verschlossene Stelle, eine kleine vorbereitete Öffnung oder durch kontrolliertes Aufreißen der Folie ausgelöst werden.

Teste den Aufbau vorher mit dem tatsächlichen Kostüm. Schon kleine Unterschiede bei der Position können entscheiden, ob das Blut sichtbar aus der Verletzung läuft oder unter der Kleidung verschwindet. Dünneres Kunstblut läuft schneller und weiter. Dickes Kunstblut bleibt stärker an der Austrittsstelle.

Solche Effekte passen zu gespielten Kratzern, Bissen oder Kampfverletzungen. Die Verletzung selbst wird nur dargestellt. Echte Schläge, Schnitte oder scharfe Gegenstände brauchst du dafür nicht.

Kunstblut richtig auftragen

Tropfen: Setze das Blut an der gewünschten Stelle an und lass es laufen. So entstehen oft die natürlichsten Spuren.

Schmieren: Für Zombies, Opfer oder Kampfspuren kannst du Kunstblut mit Händen oder Handschuhen unregelmäßig auf den Stoff übertragen.

Spritzen: Mit einem Pinsel oder einer kleinen Bürste lassen sich feine Blutspritzer erzeugen.

Versteckt austreten lassen: Mit einem vorbereiteten Blutkissen erscheint das Kunstblut erst während der Szene.

Schütze beim Arbeiten die Umgebung. Vor allem flüssiges Kunstblut verteilt sich schnell weiter als geplant.

Fazit: Kunstblut selber machen

Mit Sirup und Lebensmittelfarbe bekommst du schnell ein essbares Kunstblut für Makeup, Mundeffekte und Blutkapseln. Kakao und verschiedene Konsistenzen helfen dabei, frische, alte oder dicke Blutspuren darzustellen.

Für Kleidung, die dauerhaft präpariert werden darf, können Eisentropfen einen guten rostbraunen Effekt für altes Blut erzeugen.

Am besten wirkt Kunstblut, wenn Farbe, Konsistenz und Menge zur dargestellten Verletzung passen.

Wenn du das Kunstblut direkt an einem Charakter einsetzen möchtest, geht es im Workshop Zombie spielen lernen mit Makeup, Kostüm und Scare Acting weiter.


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